Mit dreieinhalb Jahren hat Mathea ihren Lucky bekommen, da war er zwölf Wochen alt. „Wir haben mit der Trainerin gesprochen, es wäre bei Matheas Krankheit nicht sinnvoll gewesen, wenn er erst nach einem Jahr zu uns gekommen wäre. So jung war Lucky genau auf Mathea gepolt“, berichtet Matheas Mutter. „Wir haben immer Termine an der Hundeschule gehabt und danach Hausaufgaben mitbekommen.“ Schließlich musste Lucky eine Prüfung ablegen, bis zu ihrem 16. Lebensjahr darf Mathea den Hund nicht eigenverantwortlich führen.
Wenn sie in der Schule ist, passt die Mutter auf das Tier auf. Als Mathea auf dem Kirchentag gesungen hat, durfte Lucky, der heute fünf ist, ohne Probleme mit dabei sein. „Ich habe mich ganz doll gefreut, als ich Lucky bekommen habe“, sagt Mathea. Nachts schläft er neben ihrem Bett, damit gibt er dem Mädchen und seinen Eltern viel Sicherheit – denn er reagiert immer verlässlich auf Veränderungen im Blutzucker von Mathea.
Da Krankenkassen in aller Regel die teure Ausbildung eines Assistenzhundes nicht übernehmen, ist die finanzielle Hilfe durch gemeinnützige Organisationen wie Aktion Kindertraum umso wichtiger. Assistenzhunde sind ein Paradebeispiel für nachhaltige Wunscherfüllung: Oft begleiten sie die Kinder bis in die Pubertät, manchmal noch darüber hinaus, je nach Grad der Krankheit.
Zumeist geht ein Assistenzhund mit zehn Jahren in den verdienten Ruhestand, zuvor muss also gegebenenfalls für eine Fortsetzung der Assistenz gesorgt werden. Matheas Mutter ist immer wieder erstaunt, „wie toll meine Tochter mit Lucky spielt und wie die beiden harmonieren. Ich kann Mathea mit Freundinnen in den Garten schicken und Lucky ist dabei. Ich weiß, das klappt gut. Und wenn wir als Familie etwas unternehmen, ist Lucky meistens mit von der Partie.“
Man ist nach wie vor mit der Ursprungsfamilie von Lucky in Kontakt – könnte ja sein, Mathea braucht einen zweiten Assistenzhund. „Wir müssen gucken, wie es später läuft“, meint ihre Mutter. Gegenwärtig mag sie jedenfalls Lucky nicht missen – er gehört einfach zur Familie.
Ein Ziel beim Zusammenleben mit einem Assistenzhund ist es, dass das Kind später, wenn es älter ist, selbstständig mit seiner Krankheit umgehen kann. Bei Mathea ist noch nicht absehbar, wie sie sich mit ihrer Zuckerkrankheit entwickeln wird, wie sich später die Pubertät auf Matheas Leben auswirkt.
Um solche Entwicklungen mitzuverfolgen hat Ute Friese im Rahmen der Kampagne „Jeder Traum beginnt mit Dir“ auch Mathea und ihren Lucky bei ihrer Familie in der Wedemark besucht. „Es ist uns wichtig zu sehen, wie es unseren Wunschkindern geht“, betont die Geschäftsführerin von Aktion Kindertraum. Und sie war genauso happy wie Mathea, dass mit Lucky wirklich alles bestens läuft. Zumal das Tier sehr empfindsam ist, wenn es anderen Tieren oder Menschen nicht gut geht.
„Es ist schon erstaunlich, wie ein speziell ausgebildeter Hund wie Lucky Mathea in ihrem Alltag helfen kann.“ Für Ute Friese steht deshalb fest: „Wir werden auch in Zukunft die Ausbildung von weiteren Assistenzhunden finanzieren.“
Man sieht und spürt sofort, dass Lucky vollkommen zur Familie gehört. Er ist eben nicht „nur“ Matheas Hund, alle lieben Lucky und wissen, wie gut er dem Mädchen tut. Matheas Mutter hatte gerade zu Beginn der Ausbildung des Hundes am meisten mit Lucky zu tun. Und auch jetzt kümmert sie sich um ihn, wenn Mathea die Schule besucht.
„Es kostete schon viel Arbeit, Energie und Geduld, Lucky auszubilden und zu erziehen“, erklärt Matheas Mutter. „Aber es ist schon eine große Beruhigung, Lucky bei uns zu Hause zu haben. Und wenn man sieht, wie gut sich Mathea und Lucky verstehen, dann weiß man: Die ganze Arbeit, die wir liebevoll in seine Ausbildung gesteckt haben, zahlt sich nun im positiven Sinne aus.“
Selbstverständlich weiß Matheas Mutter, dass die Verantwortung für ihre Tochter noch viele Jahre bei den Erwachsenen liegen wird. Aber Lucky hilft allen Familienmitgliedern dabei, auf der psychischen Ebene Matheas Krankheit wertfrei anzunehmen und er sorgt maßgeblich für eine gestiegene Lebensqualität der Familie. Lucky lebe einfach hoch!