Wenn der Bruder an Krebs erkrankt …

… dann müssen die Geschwisterkinder häufig zurückstecken. Dieses schwere Schicksal haben auch Luisa und Ben erlebt, als bei ihrem Bruder Jakob 2017 Krebs diagnostiziert wurde. Von heute auf morgen war das Leben der Familie auf den Kopf gestellt: Die ersten vier Wochen nach der Diagnose waren Mutter und Sohn komplett im Krankenhaus. Danach immer eine Woche zu Hause, eine Woche im Krankenhaus. Seinen fünften Geburtstag musste Jakob ebenfalls in der Klinik verbringen, während seine Zwillingsschwester Luisa getrennt zu Hause feiern musste. Eine enorme Belastung auch für Ben und Luisa. Denn im Fokus der Familie stand damals aus der Not heraus nur ein Kind: Jakob.

Ben und Luisa

Aktion Kindertraum erfüllt Wünsche von Geschwisterkindern

Genau deshalb erfüllt Aktion Kindertraum nicht nur die Wünsche von Kindern und Jugendlichen, deren Leben durch Behinderung, Krankheit oder traumatische Ereignisse außerordentlich belastet ist, sondern auch die Träume von Geschwistern: So wie bei Ben und Luisa. Ben musste wegen der Krebserkrankung seines Bruders häufig auf seine Eltern verzichten, aber auch auf seine geliebten Besuche der Spiele von Borussia Dortmund (BVB). Deshalb wünschte sich der damals Neunjährige, einmal gemeinsam mit der Mannschaft des BVB in das Dortmunder Stadion einlaufen zu dürfen. Luisas größter Traum war schon immer: Einen Elefanten zu streicheln!

„Seitdem zählt für uns
das Positive.“ – Ben und
Luisa

Luisa und der kleine Elefant

Gleich am Anfang des Treffens im Wuppertaler Zoo durfte Luisa mithelfen, im Elefantenhaus das Bett für die Dickhäuter vorzubereiten: „Wir schütteten ganz viel Stroh auf, damit die Elefanten es dann abends so richtig gemütlich haben konnten.“ Dann kam die eigentliche Überraschung: Ein kleiner Babyelefant wurde hereingeführt und Luisa durfte ihn streicheln. Ihre Erfahrung: „Ich dachte immer Elefanten sind gefährliche Tiere, aber dort im Elefantenhaus waren sie ganz ruhig und entspannt. Der Kleine jedenfalls!“ Und Mutter Alina ergänzt: „Für Luisa war das ein großer Moment, ein ganz toller Tag!“

Luisa bei ihrer Wunscherfüllung im Elefantenhaus

Ben mit Ball und Borussia Dortmund im Stadion

Und Ben erinnert sich: „Als wir uns getroffen haben im Stadion zum Einlauf war ich sehr aufgeregt. Anschließend sind wir in eine Kabine gegangen und haben besprochen, wie das Ganze ablaufen soll und was wir machen. Dann haben wir die Trikots angezogen, es war sehr kalt an dem Tag. Wir standen im Spielertunnel, dann ging es los. Ich bin mit dem rechten Linienschiedsrichter und dem Ball eingelaufen!“ Ein paar Wochen später wird Ben bei einem Familientreffen darauf angesprochen, und ist sehr stolz: „Die haben das im Fernsehen gesehen und fanden das auch wirklich cool, dass ich sowas machen durfte“, erinnert sich der Jugendliche heute. Ben weiter: „Ich habe mir viele Gedanken über die Wunscherfüllung gemacht. Das hat man ja nicht jeden Tag, dass einem so ein Wunsch erfüllt wird, ich habe mich damals so sehr gefreut. Das ist eine Erfahrung, die man nicht immer macht!“

Ben bei seiner Wunscherfüllung im Stadion von Borussia Dortmund

Eltern erinnern sich bis heute an die Wunscherfüllungen

Auch die Eltern werden diese schönen Momente für die Kinder nie vergessen. Mutter Alina verrät: „Luisa hat bis heute noch das Elefantenhaar, das sie damals im Gehege der Tiere gefunden hat und mitnehmen durfte. Sie schaut sich immer noch gern das Video an, das damals von ihr und den Elefanten gemacht wurde.“ Und Vater Gerhard, der gemeinsam mit Ben 2018 im Stadion des BVB war, sagt rückblickend: „Der Einlauf an der Hand des Schiedsrichters war ein echter Gänsehautmoment für Ben. Dadurch, dass er auch die Spieler kennenlernen durfte, ist sein Verhältnis zum BVB als Fan noch enger geworden.“

Ben und Luisa mit ihren Eltern
„Jetzt laufe ich besser
und bin frecher!“ – Connor
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Connor